Das Herz einstimmen
Aus aller Welt
Von Candice Wilmore am Freitag, 6. August 2010, 11:14
Wir haben den Informations-Superhighway und Mobiltelefone, wir haben bis zu 500 Fernsehkanäle und unzählige Mediengeräte. Wer hört da eigentlich noch Radio? Offensichtlich einige Leute in Irland, Zuhörer eines einzigartigen Programms mit dem Namen „Von Herzen“.
Claremorris im County Mayo ist ein bezauberndes Städtchen, verwurzelt in der reichen Geschichte des westlichen Irland. In dieser von Hügeln, Wäldern und stillen Seen bestimmten Landschaft ist der Sender Claremorris Community Radio die einzige Radiostation der Gemeinde. Das Programm ergänzt die Botschaft Prem Rawats mit anderen Beiträgen und wird zweimal in der Woche gesendet – live am Sonntagmorgen mit einer Wiederholung unter der Woche. Und dann beginnt auch schon die nächste Sendung.
Vor über zwei Jahren hatte Christine Lynn aus Claremorris – die Frau, die alles ins Leben rief – ihren ganzen Mut zusammengenommen und beschlossen, etwas zu riskieren. „Ich bin bei den ersten Sendungen buchstäblich über meine Grenzen gegangen, aber man kann sich daran gewöhnen“, sagt sie. „Da die Moderatoren der anderen Programme auch Laien sind, genau wie ich, und ebenso wenig oder gar keine Erfahrung hatten, als sie anfingen, war es eine gute Übung, bei einem Lokalradiosender anzufangen.“
Die Radiostation hat ungefähr 3000 Zuhörer, rund 9000 weitere potenzielle Hörer leben im Umkreis von 15 Kilometern, der Reichweite des Senders. Wie viele Personen das Programm nun wirklich hören, ist praktisch nicht herauszufinden. Denn die Sendungen, die man auch im Internet abrufen kann, lassen die Grenzen des County hinter sich.
„Wir haben E-Mails aus aller Welt bekommen“, erzählt Christine. „Die Leute finden das Programm in vielen Städten und Ländern, es ist einfach erstaunlich. Nach der allerersten Sendung bekam ich eine Nachricht aus Australien, von einem Stammhörer des Senders. Er wollte einfach nur sagen, wie sehr ihm ‚Words of Peace‘ gefallen hatte.“
Die Zuhörer schicken Gedichte, Geschichten und Musik ein, die sie gern mit anderen teilen möchten. Christine setzt sie oft ein. Der Großteil des Materials stammt jedoch von den Webseiten von WOPG und TPRF oder aus der Musiksammlung, die Christine in den letzten Jahren angelegt hat.
„Wir wollen demnächst einige Telefon-Interviews machen, damit die Leute darüber reden können, was sie an Prem Rawats Botschaft besonders angesprochen hat und wie sie sich ausgewirkt hat“, ergänzt Christine.
Vor kurzem hat sie andere örtliche Freiwillige gebeten, mit ihr zusammen eine Lesung zu veranstalten – aus dem „ADI Magazine“, aus „Inspire“, einem Online-Newsletter, aber auch aus dem jahrhundertealten Werk von Lyrikern wie Rumi und Kabir.
„Manche Einheimische haben mir gesagt, dass ihnen die Lesung wirklich gefallen habe, Prem Rawats Botschaft ganz besonders. Sie berichten, dass sie jede Woche das Radio einschalten, um sie zu hören. Ein Herr meinte, dass die Lokalzeitungen Werbung dafür machen und die Leute in einem Beitrag auf das Programm hingewiesen werden sollten. Die Idee wollen wir aufgreifen.“
Wie Christine versichert, ist der Geschäftsführer der Radiostation mit dem Programm zufrieden, und da die Zuhörerschaft weiter wächst, könnte sie auch längere Auszüge aus Prem Rawats Reden senden. Zur Zeit liest sie meist kurze Stücke aus seinen Ansprachen und sendet Clips, die mit Musik unterlegt sind.
„Gemeinderadio ist eine großartige Sache, um Leute zu erreichen, mit denen ich sonst nicht in Kontakt kommen würde und die in dieser Botschaft das finden können, was sie suchen.“
„Es bereitet mir sehr viel Freude“, fügt sie hinzu. „Und das ist ein triftiger Grund, es zu machen.“
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